
Seit tausenden von Jahren wird vor allem in China die edle Faser Seide aus den Kokons der Seidenraupen gewonnen.
Herkunft
Der Seidenbau hat seinen Ursprung in China, wo Seide bereits um 2800 v. Chr. produziert worden sein soll. Seide war schon in der Antike und im Mittelalter eine wichtige Handelsware, die über die Seidenstraße nach Europa transportiert wurde. Neben China, wo heute noch der Hauptanteil produziert wird, sind Japan, Indien und Thailand weitere wichtige Erzeugerländer.

Eigenschaften
Seide zeichnet sich durch ihren Glanz und ihre hohe Festigkeit aus und wirkt isolierend gegen Kälte und Wärme. Seide neigt wenig zum Knittern. Durch ihre geringe Dichte handelt es sich bei Seide um eine sehr leichte und angenehm zu tragende Faser. Auf Seidenstoffen werden zudem besonders brillante Farben erzielt.

Gewinnung
Die Gewinnung der Maulbeerseide erfolgt traditionell durch das Töten der verpuppten Raupen in ihren Kokons, indem sie in Heißluft oder der Sonne getrocknet werden. Dadurch erhält man ein ununterbrochenes, sehr langes und feines Filament, aus dem der Seidenfaden gewonnen wird. Dann werden die Kokons in heißes Wasser oder Heißdampf gegeben, um das Sericin, den Seidenleim, zu lösen. Anschließend werden drei bis acht Kokons zusammen abgewickelt bzw. gehaspelt.
Daneben gibt es aber auch noch zwei gewaltfreie Methoden der Seidengewinnung, die vor allem in Indien praktiziert werden. Diese kommen vor allem bei der Produktion von Tussahseide zum Einsatz. Zum einen werden die Kokons bereits geschlüpfter Schmetterlinge eingesammelt und weiterverarbeitet. Bei Schlüpfung hinterlassen sie jedoch ein Loch, was den Faden in mehrere Teile zerreißt. So kann die Seide nicht abgewickelt, sondern nur abgezupft werden.
Daneben hat sich noch eine weitere Methode entwickelt: So werden die Kokons mit einem kleinen Schnitt versehen und die Falter schlüpfen nach ihrer Reifezeit durch diesen für sie gemachten Ausgang ohne den Kokon mit ihrem Sekret zu zerstören. Die so gewonnene Seide wird als Ahimsa-Seide oder Peace-Silk bezeichnet.
Schutz und Pflege
Aufgrund der Wasserempfindlichkeit müssen Seidenstoffe vorsichtig mit der Hand gewaschen werden. Seide darf nicht ausgewrungen werden, da sie gerade im nassen Zustand formempfindlich ist. Gebügelt wird von links bei mittlerer Temperatur 130–160 °C, die Seide sollte dabei noch leicht feucht sein. Seide ist sonnenempfindlich, die Farben verblassen und die Seide vergilbt. Daher ist direkte und starke Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
Tierschutzaspekt
Achten Sie beim Kauf darauf, dass es sich um Tussahseide oder Ahimsa-Seide/Peace-Silk handelt, wenn es Ihnen wichtig ist, dass die Raupen überleben und sich zu Schmetterlingen entwickeln können.